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Die fotografische Darstellung von Tieren, Pflanzen und Landschaften verbreitet sich heute immer mehr.
In einer Zeit, in der die Umweltverschmutzung und der Artenschwund zunimmt, sollte der naturinteressierte
Fotograf, so behutsam wie nur möglich seinem Hobby nachgehen. Die Bedrohung der Natur durch inkompetentes
Verhalten nimmt ebenfalls zu, deshalb sollte das Objekt vor dem fotografischen Ergebnis stehen : " Was nutzt es
mir, wenn ich ein Bild des Eisvogels gemacht habe, der Vogel aber durch die Störung aus dem Gebiet vergrämt wird."
Als oberstes Gebot einer bildnerischen Darstellung von Tieren und Pflanzen muss es sein, diese Naturressourcen
in ihrer Existenz oder dem Bestand nicht zu bedrohen oder gar zu zerstören.
Aus diesem Grund arbeite ich nach der Devise :
Ich verzichte lieber auf ein Foto und gefährde dadurch nicht den Bestand einer oder mehrerer Arten.
Um Naturfotografie zu betreiben braucht man nicht unbedingt nach Afrika oder Amerika zu reisen. Zahlreiche
Verhaltensweisen der einheimischen Fauna sind auch heute noch nicht vollständig dokumentiert worden.
Obwohl die Abbildung dieser Verhaltensweisen hier ungleich schwerer sind ( durch höhere Fluchtdistanzen ),
kann man bei entsprechender Planung und genügenden Kenntnissen zu guten Ergebnissen gelangen.
Diese beiden Begriffe, Planung und Kenntnisse, halte ich persönlich für äußerst wichtig. Ohne eine vernünftige
Planung ( Standort, Technik, Ausrüstung usw. ) oder ausreichender Kenntnisse ( Verhalten, Lebensraum usw. )
sind meiner Meinung nach keine zufrieden stellenden Ergebnisse zu erzielen. So genannte Pirschfotografie,
das anpirschen mit der Kamera an ein lohnendes Objekt, ist hier bei unseren einheimischen Tieren sehr
problematisch, da man in den meisten Fällen von den Tieren zuerst entdeckt wird. Das hat zur Folge, dass nicht nur
das Objekt der Begierde, sondern auch andere Tierarten die Flucht ergreifen und der Fotograf mit leeren
Händen ( Speicherkarte ) frustriert nach Hause geht. Für die aufgescheuchten Lebewesen kann diese Flucht sogar
lebensbedrohlich werden. Im Winter zum Beispiel, wenn durch Schnee und Frost die Tiere geschwächt sind und
nur sehr weinig Futter finden, oder wenn diese Tiere in ihrer Panik in die Richtung von befahrenen Strassen
( Autobahnen, Bundesstraßen ) fliehen und dort an oder überfahren werden. Aus diesen Gründen, bevorzuge
ich die "Ansitzjagd" aus dem Tarnzelt, dem Auto oder einem Unterstand. Das einzige, was diese Art zu fotografieren
vom Fotografen abverlangt ist Geduld, Geduld und natürlich die nötigen Kenntnisse über das Verhalten
der jeweiligen Art. Dadurch, das die Tiere sich auf das Tarnzelt ( Auto, Unterstand ) zubewegen, verlieren sie auch
in den meisten Fällen ihre angeborene Scheu und verhalten sich natürlicher als bei der Pirschfotografie.
Gedanken zur Naturfotografie